Das Märchen.
Das Erbe des Adlers
Ein Vereinsmärchen für Vereinsmitglieder
Lasst euch von einer eine Geschichte durch die Historie des Vereins
leiten. Eine Geschichte bei der Phantasie und Realität ineinander
übergehen. Lasst euch leiten von einem Spannungsbogen, der in der
Vergangenheit Ende des 19. Jahrhunderts beginnt und bis in die
Gegenwart reicht.
Es war einmal an einem schönen Tag im Mai des Jahres 1893.
Das war die Zeit in der noch ein Kaiser das Deutsche Reich regierte,
eine Zeit in denen sich Menschen mit Schwertern, Schildern und Macheten
auf den Kriegsfeldern gegenüberstanden und sich gegenseitig die
Köpfe einschlugen.
Ein besonders streitsüchtiges
Volk befand sich seit je her an den Hängen nördlich der
ersten Ausläufer des Sauerlandes, am Fuße des Haarstranges.
In diesen Regionen gehörte es zum täglichen Leben dazu, sich
mit anderen zu messen. Dabei kam es immer wieder zu Kämpfen auf
Leben und Tod.
Bis eines Tages drei wackere Burschen, bespritzt vom Blut sich
bekämpfender Dorfbewohner, sich gen Süden aufmachten um den
Haarstrang zu erklimmen.
Diese drei Burschen waren Wilhelm
Schulz, Hermann Lohmann und Gottfried Dreier. Dort wollten Sie sich
umschauen und beratschlagen was man tun könne gegen diese immer
wieder kehrenden Kämpfe gegeneinander.
Also machten sie sich auf den Weg.
Unterwegs kehrten Sie in einige auf dem Weg liegende Gaststätten
ein, um sich zu stärken, dieses Brauchtum ist bis heute erhalten
geblieben.
Als Sie nach einiger Zeit den Gipfel
erreichten, sahen Sie sich um. Aus der Ferne hörten sie wie sich
die Menschen im nördlichen Tal, im Dorf des Grundbesitzers
Sölde wieder einmal bekämpften. Auf der südlichen Seite
sahen sie einen Fluss friedlich daher fließen und ein weiteres
Dorf, dessen Namen sie nicht kannten. Auf dieser Anhöhe sitzend
fühlten sie sich gut und sie spürten, dass sie etwas ganz
Besonderes waren, die an diesem herrlichen Mai Tag im Jahre des Herrn
1893 etwas Großes vollbringen sollten. Um sich für diese
Taten zu stärken hielten Sie inne und kehrten ein in das
örtliche Gasthaus Drilling.
Dort oben im Holz des Sölde
beschlossen sie, sich nicht mehr an diesen kriegerischen Kämpfen
im Tal zu beteiligen. Zwar wollten sie sich wie bisher mit anderen
messen, aber anders.
Sie wollten dies künftig nur noch in sportlichen Wettkämpfen tun.
Sie ließen sich nieder auf dem
Berg, und es steht geschrieben, dass sich die wackeren Burschen zur
Ausführung von gemeinsamen Turn-, Leicht- und Schwerathletik
Wettbewerben vereinten. Beeinflusst von den Eindrücken der Natur
von den Menschen dort oben, gründeten Sie den Verein ADLER
SÖLDERHOLZ.
Dieses war die Geburtsstunde der heutigen Sportfreunde Sölderholz.
Um auch gegeneinander antreten zu
können, brachen Sie ein langes Holz von einem sehr, sehr alten
majestätischen Eichenbaum aus dem Wald und legten es als
Grenzzeichen auf den Haarstrang. Aus diesem Symbol entwickelte sich
viele Jahre später eine Straße, die heute noch den Namen des
damaligen Grenzsymbols trägt – die Eichholzstraße.
Nach der Grenztrennung bildeten sich
zwei Mannschaften. Die einen, die sich nördlich de Eicholzes
aufstellten und sich wegen der Nähe zum Holz des Sölde die
Sölderholzer nannten und die anderen auf der anderen, der Sonne
zugewandten, südlichen Seite des Holzes, nannten sich die
Lichtendorfer.
So wollten Sie gegeneinander antreten. Sie versprachen sich gegenseitig
mit Achtung zu behandeln, sportliche Kämpfe zu betreiben und sich
immer dann, wenn andere, wie die aus den Tälern die Wettbewerbe
suchten, zusammen zu schließen und gemeinsam dagegen anzutreten.
Im Laufe der Zeit hatten sie ihren
sportlichen Gedanken in alle benachbarte Dörfer getragen, so dass
andere es Ihnen gleich taten und Vereine gründeten. So
kämpften sie über Jahre mit wachsender Begeisterung in diesem
Umfeld und behaupteten sich gegen diese umliegenden Vereine.
Wegen des großen Erfolges, der
sportlichen Einstellung und wegen des geselligen Beisammenseins
schlossen sich immer mehr Menschen dem Verein an.
Aus Treffen in kleinen Gruppen wurden schnell wurden große
Versammlungen, die fortan nicht mehr im Gründungslokal
durchgeführt werden konnten. Alsdann schlug man sein Lager im
Lünschemannschen Saal der heutigen Gaststätte "Zur
Bergeshöh" auf.
Mit Beginn des ersten Weltkrieges im
Jahre des Herrn 1914 war es dann vorbei mit den sportlichen
Wettkämpfen. Doch bevor unsere wackeren Burschen in den Krieg
zogen gaben sie ihre Einstellung von Sport und Fairness an die
Jüngeren weiter.
Als dann übernahmen Emil
Kalthoff, Karl Nagel, Ludwig Henning und Wilhelm Henninge die
Verantwortung für den Verein. Und so kam es durch ihr
ständiges Bemühen dazu, dass sich schon kurz nach dem Krieg
anno Domini 1918 diese Mitglieder trafen, um das Vereinsleben wieder
aufleben zu lassen
Mit einer neuen Sportart wollten die
drei eine neue Begeisterung entfachen. Fußball wurde seinerzeit
immer bekannter. Die drei erkannten, dass Fußball der Sport der
Zukunft werden würde.
Es gab mittlerweile einen deutschen Fußballverband, der im Jahre
1900 gegründet wurde und seit 1903 wurden sogar deutsche
Meisterschaften ausgetragen.
Sieben Jahre sollte es dauern, bis im
Jahre 1925 unter Führung von Paul Meinks und Fritz Schäfer
für diese Sportart im Lokal "Köhling" an der Landskrone ein
neuer Verein mit dem Namen "Roland Sölderholz“
gegründet wurde.
Dieses Streben nach sportlichen
Tätigkeiten in der Gegend zu Sölderholz erregte große
Aufmerksamkeit. Und so kam es dass es neben Bewunderern auch Neider
gab, die diesem Streben Einhalt gebieten wollten.
Gemäß der Statuten des westdeutschen Spielverbandes war ein zweiter Verein in einer Gemeinde nicht gestattet.
Doch der findige Vorstand meldete
zunächst den Verein beim dem Arbeiter Turn- und Sportverband an,
um dann im Jahre 1928 mit Adler Sölderholz zu fusionieren.
Zwar hatte für den neuen Verein
Adler seinen Namen aufgegeben, so dass nunmehr unter dem Namen ROLAND
SÖLDERHOLZ der Verein in allen Sparten weiter aktiv war, doch das
ERBE des ADLERS sollte von nun an von den Verantwortlichen getragen
werden.
Man sagt, es habe eine geheime Sitzung
gegeben, bei der sich alle Verantwortlichen versprochen haben, den
Verein nach den Tugenden dessen zu führen. Freiheit,
Unabhängigkeit, Stärke, Genügsamkeit, Zielstrebigkeit,
Einsatzbereitschaft und Kontinuität sollen fest verankert sein in
der Führung des Vereins und von Vorstand zu Vorstand über
Generationen in einem Ehrenkodex weitergegeben werden.
Kurz darauf gab es die erste Bewährungsprobe für die Einhaltung dieses Ehrenkodex.
Zielstrebigkeit war gefragt, als es
damals keine eigene Sportplatzanlage gab. Unsere Helden arrangierten
sich vorübergehend mit denen aus dem Tal des Sölde und
spielte dort auf dem Platz im Rosengarten.
Mit einem deutlichen Sieg 4:0 Sieg
gegen den amtierenden Westdeutschen Meister ATV Ewing Lindenhorst wurde
dort der einer der größten sportlichen Erfolge des Vereins
gefeiert. Nachfahren der legendären namentlich bekannten
Mannschaft sind Zeugen dessen und sitzen heute hier unter uns.
Der Wille nach Unabhängigkeit,
gepaart mit Stärke und Einsatzbereitschaft trieb die wackeren
Sölderholzer einen neuen „eigenen“ Sportplatz
anzulegen.
Alle Mitglieder halfen eifrig mit bei
der Planung, Gestaltung und Umsetzung.In der Wollmey in Lichtendorf
wurde eine geeignete Fläche gefunden. Als Versorgungsweg für
den Aufbau der Sportanlage wurden die Pfade genutzt, über die
bereits vor vielen Jahren die Römer nach Osten zogen.Diese
Versorgungswege sollten später für die Anreise der Fans
genutzt werden. Wegen des großen Andrangs an den zelebrierten
Spieltagen wurden aus Trampelpfaden schnell Wege und aus Wegen wurden
Straßen.Für die vielen anreisenden Gegner und Zuschauer
entstand außerdem eine Raststätte für Pferdegespanne
Ochsenkarren und die ersten Autos. Diese Raststätte war Pilgerort
und Parkplatz zugleich.
Auch dieser Ort hat eine weitreichende
historische Bedeutung. Es wurde überliefert, dass aus diesem
geschäftigen Treiben zwischen der Sportanlage einerseits und der
Raststätte die heute bekannten PARK AND RIDE Systeme entwickelt
wurden. Zeugen dieser Entwicklung ist die aus den Zuwegen entwickelte
heutige Autobahn A1 und die Raststätte Lichtendorf.Die rasante
Entwicklung zur Fußballmacht, die weit über die Grenzen
hinaus bekannt geworden war, wurde im Jahre 1933 jäh unterbrochen,
als das nationalsozialistische Regime alle Arbeitersportverbände
offiziell aufgelöst hat.Erneut musste der Geist des Adlers und die
Verpflichtung des Ehrenkodex eine große Bewährungsprobe
bestehen. Es gelang den Verantwortlichen den Verein im Verborgenen am
Leben zu halten.
Als 1945 der 2. Weltkrieg zu Ende
ging, und die Besatzungsmächte eine Wiederbelebung des Sports auf
kommunaler Ebene erlaubten, griffen unsere damaligen Helden zu einer
weiteren List. Der "TuS Sölde - Sölderholz" wurde als
Übergangslösung zunächst neu gegründet. Die im
verborgenen organisierten Kinder des Adlers schlossen sich diesem
Verein, so dass dieser sehr schnell 450 Mitglieder hatte. Neben
Fußball und Handball wurden auch noch die Sportarten Boxen und
Turnen angeboten.
Als die Besatzungsmächte die
Vereinsverfügungen dann wieder aufhoben, konnte der Geist des
Adlers seine Schwingen wieder ausbreiten aufsteigen. Zurück zur
Freiheit konnten nun alle wieder das Vereinsleben wie vor 1933
ausleben.Geprägt durch die vielen Unwägbarkeiten und
erfüllt mit Stolz wurde am 11. Februar 1950 im Vereinslokal
Koesfeld eine Namensänderung vollzogen. Unsere Helden wollten
bereits mit dem Namen zeigen wer sie sind, welche große
Vergangenheit der Verein hat und woher sie kamen, daraus wurde sein
heutiger Name "Sportfreunde 1893 Sölderholz"
Die Träger des Ehrenkodex waren
damals: Otto Böker, Heinrich Behrenberg, Willi Kosfeld, Fritz
Behrenberg, Willi Nagel und Hubert Baier.Als Vereinsfarbe wählte
man Rot-Weiß. Rot wie die aufgehende Sonne und Weiß wie das
wärmende Tageslicht.Durch die Zerstörungen des Krieges galt
es sich wieder mit denen aus Sölde zu arrangieren, so dass
zunächst erneut auf dem historischen Sportplatz Rosengarten
gespielt wurde.Der Turnsparte allerdings war nur ein kurzes Dasein
beschieden, da sich die Jugend für das Spiel mit dem runden Leder
mehr begeisterte und sie trotz intensiver Bemühungen des
Turnwartes Willi Kersting für den Turnsport nicht gewonnen werden
konnte.Da wir nun alle das Erbe des Adlers kennen, soll dieses nicht
das endgültige Ende dieser Abteilung sein.Ungeachtet dessen konnte
nachgroßen Mühen 1954 wurde der heutige Heimatplatz festlich
eingeweiht werden.Wieder ein Neuanfang, wieder waren die Kräfte
gefragt, die vor vielen Jahren schon das Überlegen des Vereins
gesichert haben.Auch durch weitreichende Verluste durch den Krieg, war
es anfangs schwer möglich, eine junge, dynamische
Fußballmannschaft zu formieren.
Der Kader setzte sich aus allen Altersklassen zusammen. Fast drei
Generationen spielten in einer Mannschaft und bildeten so den
fußballerischen Grundstein der Nachkriegszeit.In dieser Zeit
wurde vielen bewusst, dass es ein Phänomen aus der
Gründungszeit gibt, bei dem man vermuten kann, dass höhere
Mächte im Spiel sind.
Gerüchte besagen, dass sich der
Adler immer dann für die bedingungslose Treue erkenntlich zeigt,
wenn der Verein es am nötigsten hat.
Dieses Phänomen treibt
diejenigen, die schon lange im Verein sind dazu, um den Erhalt zu
kämpfen, bis Jüngere kommen, die dann mit frischer Kraft den
Aufschwung schaffen.So geschehen in der Mitte der 50er Jahre, als eine
junge Mannschaft, die in der Jugend Vizekreismeister geworden ist,
später die 1. Senioren Mannschaft stellte und ihr der Aufstieg in
die erste Kreisklasse gelang.
Gleiches geschah Anfang der 70er Jahre und endete mit dem Aufstieg in die Bezirksliga.
Nach einem Zwischentief zeigte sich
das Phänomen erneut Ende der 80er Jahre. Wieder wurde mit einer
jungen Mannschaft aus der eigenen Jugend der Aufstieg in die
Bezirksliga geschafft.Anfang der neunziger Jahre begann das
Phänomen erneut. Es zogen sich dunkle Stimmungswolken über
der Bergeshöh zusammen. Der Verein stand vor der Auflösung,
fußballerischer Abstieg und der fast vollständige Verlust
der eigenen Jungendmannschaften waren die Folge. Der Verein hat
gelitten, wie selten.
Das war die Zeit, in der der Adler
wieder zurückkehrte. In dieser Zeit wurden wieder die ersten
eigenen Jugendmannschaften aufgebaut, die Erben des Turnvaters Willi
Kersting riefen wieder eine Gymnastikabteilung ins Leben und brachten
somit wieder den Verein zurück zu seinen Wurzeln.Und der Adler
zieht noch heute seine Kreise über den Hängen, nördlich
der ersten Ausläufer des Sauerlandes, dort oben im Holz des
Sölde.
Geht es nach den Gesetzen der
Vergangenheit, wird er bleiben, bis zu dem Tage, dass erfolgreiche
Junge Einzug halten in der erste Mannschaft und den Aufstieg schaffen.
Und sollte es der Verein mal wieder
nötig haben, werden sich die Träger des Ehrenkodex finden und
OPTIMISTISCH in die Zukunft blicken, weil sie wissen
--- WIR alle sind die Erben des Adlers ---
V e r e i n s c h r o n i k
Bekanntlich trafen bereits die alten
Griechen die Feststellung: "Nur in einem gesunden Körper wohnt ein
gesunder Geist." Diese Erkenntnis bewog im Mai des Jahres 1893 einige
sportbegeisterte junge Männer in dem Haarstrangdörfchen
Sölderholz, einen Sportverein ins Leben zu rufen. Der Verein wurde
im Lokal "Drilling", heute "Bohe" unter der Bezeichnung "Adler
Sölderholz“ aus der Taufe gehoben. Ein Jahr, nachdem
Dortmund erstmals 100.000 Einwohner zählte, erfolgte also die
Gründung.
Allerdings stand das später aus dem Mutterland des Fußballs,
England, importierte Fußballspiel noch nicht auf dem Programm.
Vielmehr wetteiferte man in den Sparten Turnen, Leicht- und Schwerathletik.
Zum ersten Vereinsvorstand zählten:
1 Vorsitzender: Wilhelm Schulz
2. Vorsitzender: Hermann Lohmann
Kassierer: Gottfried Dreier
Dank reger Anteilnahme der gesamten
Bevölkerung und immer größer werdenden Zuspruchs sah
man sich schon bald veranlasst, die langsam zu klein werdende
Geburtsstätte des Vereins aufzugeben und in den
Lünschemannschen Saal, heute Gaststätte "Zur Bergeshöh",
umzuziehen.
In den folgenden Jahren reihte sich
Wettstreit an Wettstreit, und manchem Jungen Mann wurde die
Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung gewährt.
Mit Beginn des 1. Weltkriegs wurde das
harmonische Vereinsleben in empfindlicher Weise in Mitleidenschaft
gezogen. Mit Glück, Geschick und Tatkraft gelang es jedoch dem
damaligen Vorstand, bestehend aus Emil Kalthoff, Karl Nagel, Ludwig
Henning und Wilhelm Henninge das Vereinschiff sicher um die Klippen-
des grausamen Krieges und der deprimierenden Inflation mit all ihren,
Folgen zu steuern.
Schon bald nach Kriegsende wurde von
allen, die sich dem Verein verbunden fühlten, die Initiative
ergriffen, um das Vereinsschiff wieder auf flotte Fahrt zu bringen. Zu
diesem Zeitpunkt mehrten sich die Stimmen, die ihre Sympathien für
den Fußballsport nicht mehr verhehlen wollten.
Eine Vielzahl Vereinsmitglieder forderte die Einrichtung einer Fußballabteilung.
Im Jahre 1925 wurde dann diesen Wünschen entsprochen.
Unter Führung von Paul Meinks und Fritz Schäfer gründete
man im Lokal "Köhling" an der Landskrone, den Ballsportverein
"Roland Sölderholz“. Da damals der westdeutsche Spielverband
einen zweiten Verein für eine Gemeinde, wie sie Söderholz
kommunal gesehen war, nicht gestattete, schloss man sich dem Arbeiter
Turn- und Sportverband an.
Mangels einer eigenen Sportplatzanlage spielte man auf dem Platz im
Rosengarten in Sölde. Hier wurde auch der damals größte
Erfolg errungen, als der amtierende westdeutsche Meister des ATV,
Eving-Lindenhorst, mit 4 Toren bezwungen werden konnte.
Nicht nur dieser Sieg bescherte dem Verein viel Sympathie.
Der Sieg wurde von folgenden Spielern erstritten:
Pampus, Breer, Deis, Schulze, Schwarze, Möller, Schulte,
Beckmann, Dünges, Kiel, Deis und Henning.
Im Jahre 1928 beschlossen die beiden
Vorstände von "Adler" und "Roland" zu fusionieren.' Die
Gespräche wurden im Lokal Koesfeld geführt. Der
Zusammenschluss erfolgte unter Aufgabe des Namens "Adler". Schon bald
ging man daran, einen vereinseigenen Sportplatz zu planen, und in
kürzester Zeit konnte man bereits zur Realisierung des Vorhabens
schreiten. Unter aktiver Beteiligung aller Mitglieder wurde in der
Wollmey, dort, wo heute die Autobahn herführt, die neue
Sportstätte geschaffen. Der erweiterten Fortführung des
Spielbetriebes stand nun nichts mehr im Wege und mit Freude und
Begeisterung ging man daran, in fairem Wettstreit seine Kräfte zu
messen.
Die konstante Entwicklung aber sollte
erneut jäh unterbrochen werden, Nach der Machtübernahme durch
das nationalsozialistische Regime im Jahre 1933 wurden alle
Arbeitersportverbände aufgelöst, was zur Einstellung des
gesamten Spielbetriebes führte.
Nach mörderischen Jahren hatte der Krieg endlich am 8. Mai 1945 sein Ende gefunden.
Erst jetzt zeichnete sich die ganze Tragödie des Zusammenbruchs ab.
Alles war zerschlagen, und der Verein betrauerte den Verlust vieler
treuer Sportkameraden, die ihm der Weltkrieg entrissen hatte.
Die bange Frage, die sich jeder stellte lautete: Was wird nun werden?
Die Antwort aber vermochte niemand zu geben.
Nach vielen Wochen besannen sich dann
einige alte Mitglieder auf ihre frühere Sportkameradschaft. Sie
gründeten den TuS Sölde-Sölderholz, nachdem die
Besatzungs-
mächte einer Wiederbelebung des Sports auf kommunaler Ebene zugestimmt hatten.
Nun hatte der Verein, dem in zwischen 450 Mitglieder angehörten,
wieder ein festes Gefüge. Neben Fußball und Handball
befasste man sich mit Boxen und Turnen.
Mit Aufhebung der Besatzungsverfügung wurde in vielen Mitgliedern
der Wunsch wach, wieder zu ihrem geliebten Verein von 1933
zurückzukehren.
Dann, am 11. Februar 1950 war es endlich soweit, dass die Neugründung erfolgte.
Zu den Neugründern zählten: Otto Böker, Heinrich Behrenberg, Willi Kosfeld,
Fritz Behrenberg, Willi Nagel und Hubert Baier.
Unter dem Namen "Sportfreunde Sölderholz 1893" wurde sich dem
Westdeutschen Turn- und Sportverband angeschlossen. Als Vereinsfarben
wählte man rot weiß.
Der neue Vorstand wurde gebildet mit:
Otto Böker 1. Vorsitzender
Heinz Koesfeld 2. Vorsitzender
Willi Kosfeld Geschäftsführer
Hubert Baier Kassierer
Während die Handballer ihre Tagungen im "Haus Bohe“ durchführten,
wählten die Fußballer die Gaststätte "Koesfeld" zum Vereinslokal.
Der Turnsparte allerdings war nur ein kurzes Dasein beschieden, da sich
die Jugend für das Spiel mit dem runden Leder mehr begeisterte,
und sie trotz intensiver Bemühungen des Turnwartes Willi Kersting
für den Turnsport nicht gewonnen werden konnte. Gespielt wurde
mangels einer eigenen Sportanlage wiederum im "Rosengarten" in
Sölde, wo auch die Wettkämpfe zum 60 jährigen Bestehen
vom 1. August bis 9. August absolviert wurden.
In der Folgezeit erklang erneut der Ruf nach einer eigenen
Sportplatzanlage unüberhörbar und immer eindringlicher.
Im Frühjahr 1952 wurde, nach
vorausgegangenen Verhandlungen zwischen der Stadt Dortmund und Herrn
Heinrich Kötter wegen der Geländeanpachtung, mit den Arbeiten
begonnen. Nach 2 jähriger Bauzeit wurde die neue Anlage im Juni
1954 den Sportfreunden Sölderholz Übergeben. Nachdem die
Stadt Dortmund 1958 das Sportplatzgelände von der
Erbengemeinschaft Kötter erworben hatte, wurde der weitere Ausbau
betrieben. Nach endgültiger Fertigstellung erfolgte am 15.12.1962
die festliche Einweihung. Nun war Sportfreunde Sölderholz ein
Verein, der sein Zuhause in der heimischen Umgebung der
"Bergeshöh“ hatte. Gewiss konnte dem Verein und insbesondere
der Jugend kein besseres und schöneres Geschenk präsentiert
werden, als diese Sportstätte, die auch modernen Ansprüchen
gerecht wird, und auf die wir alle voller Stolz blicken können.
Wie aber entwickelte sich der
Sportfreunde Sölderholz liebstes Kind: Die Fußballabteilung.
Nachdem der WFV erst Mitte 1951 grünes Licht erteilt hatte, war es
dem ersten Spartenleiter, Fritz Behrenberg, nur schwer möglich,
auf Anhieb eine junge und schlagkräftige Mannschaft zu nominieren.
So waren Misserfolge einfach nicht zu vermeiden. Bald jedoch ging es
unter Willi Nagel und Hans Drilling, bei tatkräftiger
Unterstützung durch Heinz Kosfeld, langsam aufwärts, obwohl
sich die sportlichen Leistungen meist im letzten Tabellendrittel
wiederspiegelten. Erst die von Rudi Hellmann betreute Jugend, die sogar
Vizekreismeister wurde, gab uns Hoffnung auf die Zukunft. Diese
Hoffnung sollte sich als berechtigt erweisen, denn aus dieser Jugend
wurde kurze Zeit. später das Rückgrat der. Mannschaft
gebildet. Unter der bewährten Führung der Spartenleiter Heinz
Kosfeld und Willi Nagel wurde nun mit den aufgerückten
Jugendlichen eine homogene Mannschaft geschaffen. Bereits die ersten
Spiele mit dieser Mannschaft ließen erkennen, dass wir in unserer
Gruppe keinen Gegner zu fürchten hatten. Ja, am Ende der Saison
war sogar der Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft. Der Jubel und
die Freude hierüber sind kaum zu beschreiben. Der Aufstieg wurde
erkämpft von:
Kuhlmann, Bensing, Baumann, Liesenhoff, Parakenings, Vollmer., Kirchhof, Meinks, Ilske, Neuhaus, Hänsch
Nach anfänglichen Erfolgen auch
in der neuen Klasse, waren die darauffolgenden Jahre erfüllt von
den Sorgen um den Klassenerhalt. Das Abstiegsgespenst war stetiger
Begleiter. An dieser Stelle sei unserem "Bubi" Nagel einmal Dank
gezollt für seine aufopfernde Arbeit in dieser schweren Zeit.
Gerade er war es, der es mal mit erhobenem Finger, mal mit
tröstenden Worten verstand, die Mannschaft immer wieder
aufzurichten.
Während wir bei den Spielen der
1. Mannschaft um jeden klassenerhaltenden Punkt zittern mussten, hatten
wir an den Spielen der 1. Jugend unsere helle Freude.
Ihr gelang es im Spieljahr 1966/67
Gruppensieger zu werden, und die Spiele um die Kreismeisterschaft sind
sicher noch in lebhafter Erinnerung. Erwähnt sei nur das an
dramatischen Höhepunkten so reiche Spiel in Brackel, das mit 6:5
zu unseren Ungunsten endete, wodurch unseren Jungen das Finale um knapp
einen Punkt versagt blieb.
Erst als das Korsett der 1. Mannschaft
durch die nachrückenden Jugendspieler gebildet wurde, waren die
Abstiegssorgen schnell vergessen. Bald waren wir nur noch im vorderen
Teil der Tabelle zu finden und nach Beendigung der Spielzeit 1971/72
war es unserem Trainer Siegfried Hager und Obmann Willi Nagel mit einer
großartigen 1. Mannschaft nach hartem Ringen gelungen, die
Tabellenspitze einzunehmen. Auf Grund eines unseligen Austragungsmodus
mussten jedoch die 3 Tabellenersten jeder Kreisklasse Aufstiegsspiele
austragen" um lediglich 2 Aufsteiger zur Bezirksklasse zu ermitteln.
Wer fühlt nicht noch heute die tiefe Enttäuschung, als es
nicht gelang, aus dieser Runde als Aufsteiger hervorzugehen.
Resignation und Mutlosigkeit konnten jedoch keinen festen Fuß
fassen, und die Weichen wurden für die neue Spielsaison 72/73
gestellt.
Ganz besonders sei aber zum Schluss
dieser Chronik all denen Dank gesagt, die in den vergangenen Jahren in
stiller unermüdlicher Arbeit dem Verein in allen seinen
Abteilungen gedient haben. Möge es dem Verein in Zukunft nie an
solchen Kräften fehlen. Sicher wird mancher beim Lesen dieser
Festschrift sagen, dass dieses oder jenes erwähnenswert gewesene
Geschehen ausgelassen, oder jener verdiente Mann nicht genannt worden
ist. Bei der Fülle der Namen soll man es uns verzeihen, wenn wir
irgendjemand nicht aufgeführt haben, dessen Mitarbeit ebenso
Erwähnung verdient hätte.
Heute, am Ende einer 115 jährigen
Geschichte der Sportfreunde Sölderholz 1893, schauen wir
zurück auf den Weg, den wir gegangen, der oft schwierig und
holperig war. 115 Jahre Vereinsgeschichte bedeuten eine reiche
Fülle von Idealismus, Vereinstreue, Initiative und Ausdauer, wie
sie nur begeisterungsfähige Sportleute und Freunde aufzubringen
vermögen. Darauf dürfen die Sportfreunde Sölderholz 1893
stolz sein.
So mögen dann noch weitere 100
Jahre und mehr ins Land gehen und unser Verein blühen und
gedeihen. Der Vergangenheit gedenken wir ehrfurchtsvoll, der Gegenwart
aber gehört unser ganzes Binnen und Trachten.